Hundert junge Gäste auf dem FernUni-Campus

Beim Girls‘ und Boys‘ Day an der FernUniversität erkundeten Schülerinnen und Schüler Berufsfelder aus Forschung und Verwaltung – jenseits althergebrachter Geschlechtergrenzen.


Frau und zwei junge Mädchen blicken gemeinsam auf einen Monitor Foto: FernUniversität
Anne (li.) und Amy lassen sich von Prof. Lena Oden erklären, wie man LED-Dioden mit der richtigen Programmierung gezielt zum Leuchten bringen kann.

Amy Sophie blickt konzentriert auf einen Laptop, an dem eine Platine angeschlossen ist. Die Schülerin erklärt: „Wir programmieren einen Mikrocontroller, mit dem man Kleidung blinken lassen kann.“ Gemeinsam mit ihrer jungen Mitstreiterin Anne stellt sie gerade ein, in welchem Moment die kleinen LED-Dioden leuchten sollen. Die beiden wollen beim Girls‘ und Boys‘ Day an der FernUniversität in Hagen herausfinden, ob Informatik etwas für sie ist. „Ich habe mich dafür entschieden, weil ich auch in der Schule Informatik beziehungsweise Robotik habe“, erklärt Anne. „Ich möchte gucken, ob ich das auch später machen möchte.“

Die Mädchen waren Teil einer Gruppe, die am Programm des Lehrgebiets „Technische Informatik“ von Jun.-Prof. Dr. Lena Oden teilnahmen – eines von mehreren Angeboten der FernUniversität zum deutschlandweiten Aktionstag. Die Eindrücke aus der Praxis sollen Schülerinnen und Schülern Berufsperspektiven über festgefahrene Geschlechtergrenzen hinweg eröffnen. Wie in den Vorjahren kamen rund hundert junge Gäste zum Hagener Campus. Für sie öffneten verschiedene Bereiche aus Wissenschaft und Verwaltung die Türen – zum Beispiel das Videostudio, die Bibliothek, das Logistikzentrum, die Studienberatung oder Lehrgebiete der Informatik und Psychologie.

Großes Studien- und Ausbildungsangebot

Bevor die Betreuungspersonen aus den einzelnen Bereichen die Schülerinnen und Schüler abholten, gab es wichtige Informationen in einer großen Einführungsrunde. „Ich freue mich, dass ihr so zahlreich erschienen seid!“, begrüßte Dorothee Schulze im Namen der FernUni-Gleichstellungsstelle die Besucherinnen und Besucher. Anschließend erklärte sie ihnen nicht nur die Merkmale der FernUniversität mit ihrem besonderen Studienmodell, sondern betonte zugleich: „Es gibt hier auch Ausbildungsberufe, die ihr erlernen könnt!“

Welche Ausbildungen die Hochschule zum Beispiel anbietet und wie diese aufgebaut sind, erklärten aktuelle und ehemalige Auszubildende aus den Bereichen Büromanagement, Lagerlogistik sowie Medien und Informationsdienste.

Zwei Jungen sitzen in einem hellen Raum Foto: FernUniversität
Vincent (li.) und Lukas haben im psychologischen Labor Platz genommen, um ein wissenschaftliches Experiment durchzuführen.

Offen und experimentierfreudig

Für die Jungs ging es unter anderem in das Lehrgebiet Sozialpsychologie, unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Stürmer. Hier bekamen sie insbesondere Einblicke in die Sportpsychologie. Auch dabei ging es praktisch zu: Die Schüler führten ein sportliches Experiment im psychologischen Labor durch. Vor den Augen eines lautstarken Publikums zeigten zwei junge Kicker ihre Fähigkeiten am Fußball. Im Anschluss ging es um die Frage, wie die Publikumsreaktion ihre Leistung beeinflusst.

„Ich finde einfach interessant, wie Menschen auf bestimmte Situationen reagieren“, sagt Lukas mit Blick auf die Psychologie – eine Disziplin die für den 13-Jährigen, ganz im Sinne des Aktionstags, keineswegs an Geschlechterkategorien gebunden ist: „Eigentlich würde ich nicht sagen, dass Psychologie typisch für Frauen ist. Das können alle machen!“

Benedikt Reuse | 01.04.2019