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Allgemeines zum MOOC #iddg13

Als Teil des vom Rektorat der FernUniversität geförderten Forschungsprojekts „Social Software“, fand vom 29. April bis zum 26. Mai 2013 der erste Massive Open Online Course (MOOC) der FernUniversität statt. Initiiert vom Lehrgebiet Mediendidaktik, unter der Leitung von Prof. Dr. Theo Bastiaens, wurde versucht einen „interdisziplinären Diskurs zur digitalen Gesellschaft“ anzustoßen. Rund 1400 Studierende aus diversen Fakultäten der FernUniversität konnten sich für diese Idee begeistern und haben über vier Wochen hinweg fleißig „mitgemooct“.

Als Kristallisationskeime für den Diskurs fungierten vier im wöchentlichen Abstand veröffentlichte Impulsvorträge von Professoren der FernUniversität. In den Vorträgen problematisierten sie - aus ihrer jeweiligen fachlichen Perspektive heraus - exemplarische Veränderungsprozesse, die gegenwärtig in der digitalen Gesellschaft stattfinden. Zusätzlich formulierten sie Reflexionsaufgaben für die Teilnehmer und stellten Informationsmaterialien bereit.

Den Anfang machte der Bildungswissenschaftler Prof. Dr. Theo Bastiaens mit seinem Vortrag "Neues Lernen - neue Lehre? Der Homo Zappiens an der Uni". Prof. Bastiaens befragte darin die Veränderungen im Mediennutzungsverhalten von Studierenden auf ihre Implikationen für die Hochschullehre. In der zweiten Woche thematisierte die Wirtschaftswissenschaftlerin Prof. Dr. Ulrike Baumöl die veränderten Wertschöpfungsprozesse im Web-2.0-Zeitalter. In Ihrem Vortrag „Informationsmanagement: Brücke zwischen Business und IT“ skizzierte Sie, wie Unternehmen die kollektive Intelligenz von Webnutzern für Ihre Wertschöpfungsprozesse mobilisieren können. Die juristische Dimension der digitalen Gesellschaft beleuchtete in der dritten Woche Prof. Dr. Ulrich Wackerbarth am Beispiel des Internetanschlusses. Seit einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs im Januar 2013, ist dieser, wie die Wohnung oder das Auto, Teil jener besonderen Klasse von Gütern, die für die sogenannte eigenwirtschaftliche Lebensführung von überragender Bedeutung sind. Der Abschluss des MOOCs stand schließlich im Zeichen der Informationstechnik: „Digitale Unterschriften und Zertifikate – Mit wem rede ich gerade im Internet“ heißt der Vortrag mit dem Informatik-Professor Dr. Jörg Keller für die besondere soziotechnische Vertrauensproblematik sensibilisierte, die sich mit netzgestützter Kommunikation verbindet. Ergänzend zu diesen Impulsvorträgen nahm jeder Lehrende ein Feedbackvideo auf, in dem die Fragen, Thesen und Einsichten aus der laufenden Debatte kommentiert wurden. (Zu detaillierteren wochenweisen Inhaltsübersichten gelangen Sie über die Links in der Kopfzeile.)

Der inhaltliche Austausch, der sich im Anschluss an die Videoimpulse ergab, wurde medial durch zahlreiche Social-Software-Tools unterstützt. Neben der im FernUni-Betrieb bereits etablierten Lernplattform Moodle, die unter anderem eine Wiki- und Forenfunktionalität bereit stellte, kamen der Microbloggingdienst Twitter, das Kurationstool Scoop.it sowie diverse Blogs und Podcasts zum Einsatz, über die vorgefundene und selbsterstellte Materialien präsentiert wurden. Lesen Sie dazu auch den auf dieser Seite verlinkten Überblick über die während des MOOCs geposteten Tweets und den Kommentar zu den Teilnehmerprodukten.


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Scoop.it!



Scoop.it! ist ein digitales Werkzeug zum Kuratieren von verschiedenen Internetquellen. Im MOOC #iddg13 wurde es begleitend zur Verbreitung relevanter Beiträge verwendet. Dies bezieht sich auf z.B. auf das Konzept „Digital Divide“, um das sich viele Mythen ranken. In ähnlicher Richtung geht es im Beitrag „Digital Natives und solche, die es nicht sind“ von Urs Gasser, da hier aufgezeigt wird, wie ein zu starrer Begriff, die komplexe Wirklichkeit verzerrt. Nicht jedes Kind und jeder Jugendliche ist automatisch, d.h. qua Geburt ein digitaler Eingeborener/Eingeborene.


Scoop.it! wurde ebenso zum Bekanntmachen von Blogbeiträgen der MOOC Teilnehmenden verwendet:

Gedanken zum 1. MOOC-Kurs der Fernuniversität Hagen von Gerald Rathjen: Hier werden persönliche Eindrücke zu Beginn des Kurses in Form eines Podcasts (beachtliche Länge von 31:24 Minuten) besprochen. So wird auf humorvolle Art der MOOC #iddg13 als Mischform zwischen x- und cMOOCs eingeordnet

Was ist ein MOOC?: Passend zum Start des #iddg13 stellt Sven Linke eine gut recherchierte und informative Zusammenfassung zum Konzept des MOOCs zur Verfügung. Die Darstellung ist ausgewogen, da die „historischen“ Wurzeln der MOOCs, die sog. cMOOCs ebenfalls zur Sprache kommen und so ein breiteres Verständnis für die Potentiale dieser Bildungsinnovation geschaffen wird.

• Niels Friedel gibt in seinem Blogpost ebenfalls eine Einführung in die MOOC-Thematik und den Kurs #iddg13. Für macht die Zusammenstellung der vier Themen den Reiz des Kurses als Grundlage für eine gute Diskussion zur digitalen Gesellschaft aus.

kuwi_iddg13: Eine kulturwissenschaftliche Perspektive zum MOOC der Fernuniversität in Hagen “Interdisziplinärer Diskurs zur digitalen Gesellschaft” im Mai 2013 von Dirk Bindmann. Der Blog vertieft die verschiedenen Themen sehr anschaulich durch eine Reihe interessanter Youtube Videos, z.B. „Understanding the digital generation“ von Ian Jukes. Zu beachten ist auch die spannende Diskussion auf Youtube, die sich kontrovers mit den vertretenen Thesen auseinandersetzt und einige Aspekte anspricht, die auch im #iddg13 diskutiert wurden.

Homo Zappiens (Eröffnungsaufgabe zum IDDG13) von Marc Schakinnis. Der Autor stellt hier mit dem Flipped Classroom Modell und dem CSCL Kollaboratives und kooperatives Lernen mit Google Docs, am Beispiel einer Lerngruppe des Studiengangs BA Bildungswissenschaften für das Modul 2D “Soziologie” zwei konkrete Beispiele für veränderte Lehren und Lernen im Zeichen der digitalen Gesellschaft.

Neues Lernen- neue Lehre? Der Homo Zappiens an der Uni! Von Kirsten Neumann. Die Verfasserin diskutiert Lerntheorie und ihre Möglichkeiten (aber auch Grenzen), das Lernen im digitalen Zeitalter angemessen beschreiben und erklären zu können und kommt zu folgendem Fazit: „ Um wieder auf die ursprüngliche Frage zurück zu kommen: Die wichtigste Lerntheorie stellt für mich das Lernen durch Imitation bzw. das Identifikationslernen dar. Sie sind in meinen Augen die Grundlage für sämtlichen weiteren Lernmöglichkeiten- und vorgänge.“ (http://neumaenchen.blogspot.de/).

• Florian Schnelle setzt sich in seinem Blogbeitrag ebenfalls mit den Anforderungen an eine „moderne“ Lerntheorie auseinander. Er geht aus von der Frage „Wie selbstständig und fähig sollen die Lernenden werden?“ und diskutiert dann unterschiedliche Ansatzpunkte.

Gehöre ich zur Generation Post-X? (MOOC #iddg13 – No 2): Andreas Zimmermann unterzieht sich einem Selbstcheck, ob er zu dem wie er meint nicht besonders griffigen Konzept des Digital Native gehört. Er schreibt dazu: „(...) scheint eine Abbildung realer gesellschaftlicher Prozesse noch lange nicht in dem Umfang stattfindet, der es als glaubwürdig erscheinen lässt, sich selbst als im Netz geborenen Bürger betrachten zu dürfen“. Das Fazit reflektiert dann nochmal sehr anschaulich, wie sich in Zukunft digitale und analoge Welt aufeinander beziehen können: „Gerade, wenn sich die Dinge im Umbruch befinden, wenn Veränderungen zuerst vor allem Anderen die Unsicherheit des Zukünftigen zeitigen – noch viel mehr als zu dem Zeitpunkt, da Ulrich Beck seine “Riskogesellschaft” postuliert hat – wenn die Rasanz, mit welcher die technische Entwicklung die soziale gerade überholt hat anscheinend den Homo Zappiens geradezu beflügelt, bleibt er doch immer als Erstes ein Mensch mit menschlichen Bedürfnissen – nach Nähe, nach Liebe, nach Anerkennung und Respekt. Erst wenn diese und noch andere emotionale Grundbedürfnisse gestillt sind, beginnt der Hunger nach Neuem, nach Erfahrungen und Abenteuer seine kulturellen Handlungen zu dominieren, denn unsere Homebase of Exploration bleibt zumeist ein Leben lang der Ort, wo wir unser emotionales Fundament verorten. Wo auch immer den der Einzelne gefunden haben mag.“




Weitere in der Diskussion (geführt über den Twitterkanal #iddg13) erwähnte digitale Artefakte:

Sinnvolle Verzahnung von formalem und informellen Lernen: Die Reise geht weiter: Jasmin Hamadeh macht in diesem Blogpost deutlich, dass die Digitalisierung zu einer signifikanten Erhöhung der Komplexität führt, denn: „Die Fragestellung wird von unterschiedlichen Positionen in der Bildungslandschaft sehr unterschiedlich wahrgenommen. Sie entspringt sehr verschiedenen Notwendigkeiten und ist mit sehr verschiedenen Herausforderungen konfrontiert – je nachdem, ob ein Akteur vom Schul-, Hochschul-, Ausbildungsbereich oder von der externen oder unternehmensinternen Fort und Weiterbildungswelt geprägt ist“.

26 great time management tips for teachers: Handlungsnahe Empfehlungen rund um die Themen Zeit- bzw. Stressmanagement.

Mein wissenschaftlicher Tisch: Sehr spannender Blogpost der folgende These diskutiert: „Viele Menschen könnten wissenschaftlich arbeiten, wenn sie nicht in dem Glauben erzogen würden, dass das nur etwas für Wissenschaftler sei“. Es geht dabei um mögliche Ausgrenzung durch die Art und Weise wie wissenschaftliche Praxis betrieben wird, konkret, dass nur WissenschaftlerInnen wissenschaftlich arbeiten können bzw. dürfen.

Kollektive Intelligenz: Youtube Video mit Prof. Kruse zur Frage, was kollektive Intelligenz ist und wie Unternehmen damit umgehen sollten.

Learning theories for the digital age: Blogpost mit einer eingebettteten Präsentation von Steve Wheeler (ein renommierter Professor aus England), in dem verschiedene neue lerntheoretische Ansätze (z.B. Konnektivismus) diskutiert werden.

The Subtle Secret of Success: TED Talk von Karthik Kanagasabapathy zur Bedeutung von Enthusiasmus beim Lernen (damit auch ein gutes Beispiel für Lernen am Modell)

Why we often view digital culture through insect metaphors: In diesem Artikel werden interessante Parallelen zur Tierwelt und auf die Neigung, daraus Metaphern zu bilden, wie z.B. „Schwarmintelligenz“.

Open Learning Courses for Adults: Auf Google Books verfügbares Exemplar von David Kember, in dem eine systematische Einführung in Theorie und Praxis der Fernlehre gegeben wird.


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Twitter



Ein kleiner Einblick in die interessantesten Tweets zum Fernuni-MOOC „Interdisziplinärer Diskurs zur digitalen Gesellschaft (#iddg13)“

Während sich die großen Diskussionsstränge während des MOOCs qua Kurskonzeption auf Moodle entfalteten, wurde parallel dazu das Microblogging-Tool Twitter eingesetzt. Es diente als Integrationsmedium für ansonsten netzweit fragmentierte bleibende Diskursbeiträge und ermöglichte eine schnelle Informationsdistribution an alle Teilnehmenden. Die Bündelung der MOOC-bezogenen Tweets erfolgte über den Hashtag #iddg13.

Bis zum Beginn des inhaltlichen Teils des MOOCs, am 29. April 2013, unterstützte Twitter primär die Verbreitung organisatorischer Information: Es wurden die Termine für die Aufwärm- und Startphase des MOOCs bekannt gemacht, auf die Anmeldeprozedur für den MOOC verwiesen, der Blog des übergeordneten Social-Software-Projektes der FernUniversität verlinkt sowie die zum MOOC gehörige Scoop.it-Seite bekannt gemacht.

Ebenfalls noch vor dem offiziellen Beginn artikulierte sich auf Twitter ein von @heinz losgetretener Mini-Eklat, dass doch ein FernUni-exklusiver MOOC „Etikettenschwindel und Bauernfängerei“ sei. Hintergrund dieser Einschätzung ist das im MOOC-Akronym enthaltene Wörtchen „open“ und dessen Auslegung: „Wir haben absichtlich die Zielgruppe beschränkt, auf 84.000 Studierende“, entgegnet Initiator des MOOC Prof. Dr. Theo Bastiaens. Damit vertritt er die Idee eines zielgruppenspezifischen „dedicated“ MOOCs (dMOOC). „Lassen Sie sich nicht verwirren von Menschen, die MOOCs, OER usw. als Religion sehen“, gab er seinen Followern abschließend mit auf den Weg.

Mit dem Start der Themenwochen am 29. April ging diese Art des inhaltlichen Austauschs zurück und die meisten Tweets präsentierten sich von nun an als knapp erläuterte Referenzen zu einer Vielzahl von selbst erstellten oder im Netz vorgefundenen Ressourcen. Die Bandbreite reichte dabei von Videovorträgen über journalistische Artikel bis hin zu selbst erstellten Beiträgen, allesamt mit einem thematischen Bezug auf das gerade im MOOC behandelte Schwerpunktthema.

Welche Arten von Reflexionsprozessen bei den Teilnehmenden in der ersten Themenwoche angestoßen wurden, lässt sich beispielhaft an dem von @mowl1974 getweeteten Essay zum „Lehren in der digitalen Gesellschaft“ illustrieren. Der Autor betrachtet dieses Thema hinsichtlich der Voraussetzungen, Möglichkeiten und Grenzen, die sich mit einer Web-2.0-gestützten, stärker partizipativen Lehre verbinden: „Klassischer Frontalunterricht wird seine Bedeutung nicht so schnell verlieren“, so der Autor, „aber die Anreicherung dieser Unterrichtsform mit New-Media-Elementen, […] welche alle Beteiligten in der Lehr-/Lernsituation zu echter Teilhabe am Prozess ermächtigen, bergen meiner Meinung nach ein hohes Motivationspotenzial für alle Beteiligten: Lernerfolge wären rasch abfragbar, Feedbackschleifen inclusive, Hilfe und Förderung könnten schneller und gezielter greifen, weil sich Probleme, aber auch Begabungen schneller offenbarten“. Auch eine übergreifende, demokratiebezogene Dimension der Web-2.0-gestützten Bildung sieht der Autor damit angesprochen: „Nur wenn diese Teilhabe schon von Anfang an stattfindet, kann aus dem Schüler ein Bürger werden, der sich auch später im Leben in die Lage versetzt sieht, an gesellschaftlichen Prozessen aller Art sinnvoll teilzunehmen und teilzuhaben - gleich ob diese dann in realiter oder virtuell stattfinden werden.“

Ebenfalls um Teilhabe, wenn auch ökonomischer Natur, ging es in der Themenwoche von Prof. Dr. Baumöl: "Informationsmanagement: Brücke zwischen Business und IT". Zentrale war in dieser Woche die Frage, wie Kunden webvermittelt zu den Wertschöpfungsprozessen von Unternehmen beitragen können. An diese Frage und die weiteren Arbeitsaufgaben anknüpfend, hat @mschaki eine Folienpräsentation getweetet, in der er seine Überlegungen vorstellt. Unter anderem hat er sich der Teilfragestellung angenommen, welche Funktionen eine Webplattform zur Nutzbarmachung der „webbasierten kollektiven Intelligenz“ erfüllen muss, um Wertschöpfungsprozessen effektiv zu stützten. Der Autor kommt dabei zu drei Hauptergebnissen: Die genutzte Plattform müsse „schlank sein und möglichst viele Schnittstellen aufweisen“, „Die Kunden [müssen] auf den von Ihnen ohnehin genutzten Social-Media-Diensten“ abgeholt werden“ und „die „Kommunikation [müsse] beidseitig ausgerichtet“ sein, damit „ein echter Austausch zwischen Kunden und Unternehmen möglich wird.“ Ob ein derartiger wertschöpfungsorientierter Austausch auch für Non-Profit-Organisationen interessant sein kann, welche Befriedigungspotenziale sich damit verbinden können und welche Koordinationsleistungen zwischen den beteiligten Akteuren erbracht werden müssen, war Gegenstand eines Beitrags von @Mowl1974. „Wenn kollaborativ an Projekten, gleich welcher Natur gearbeitet werden können soll“, so der Autor, „müssen alle Fortschritte/Veränderungen für alle Beteiligten zu jeder Zeit erkennbar und zuordenbar sein, andernfalls geschehen Arbeiten doppelt oder gar nicht und die Arbeit führt sich selbst ad absurdum“. Damit spricht er eine Schwierigkeit an, die bereits bei kleineren Arbeitsgruppen auftreten kann und bei Koordinationsversuchen im Webmaßstab besonders akut wird.

Eine ganz andere Art von Schwierigkeiten bereitete in der nächsten Woche die rechtliche Einschätzung der von Prof. Dr. Wackerbarth dargestellten Thematik der „eigenwirtschaftlich besonders bedeutsamen Güter“, zu denen aufgrund jüngster Rechtsprechung nun auch der Internetanschluss zählt. Ein zeitweiliger Verlust des Internetzugangs kann nun zu Schadensersatzzahlungen führen, selbst dann, wenn dem Betroffenen keine finanziellen Mehraufwendungen entstanden sind. Dass dies eine juristische Ausnahmeregelung ist, offenbart sich dem Rechtslaien dank eines Tweets von @Filzflausch. Dieser verweist auf die Schadensersatz-Paragrafen §249-§254 BGB, welche die einschlägige Rechtsgrundlage hierfür darstellen. Twitternutzer @mschaki steuerte eine Slidesharepräsentation zu der Frage bei, was für und gegen die Einordnung des Internetanschlusses in die Kategorie der für die eigenwirtschaftliche Lebensführung essenziellen Güter spricht. Für die Einordnung spricht „der hohe Stellenwert, den das Internet in der heutigen Lebensführung erreicht hat“. Viele Dinge ließen sich sonst nur mit höherem Aufwand erledigen, so der Autor. Gegen diese Kategorisierung spricht nach Meinung des Verfassers, dass ein Internetanschluss nicht strikt „lebensnotwendig“ sei, wie es etwa bei einer Unterkunft der Fall ist. Der Autor begrüßt zudem, dass die deutsche Rechtsprechung bei der Aufnahme von Gütern in diese Kategorie "richtigerweise sehr zurückhaltend“ sei, da hierdurch ausufernde und sonderbar anmutende Schadensersatzurteile wie in Amerika verhindert würden.

Juristisch nicht weniger spannend, war die von Prof. Dr. Keller eingeläutete letzte Themenwoche „Digitale Unterschriften und Zertifikate - Mit wem rede ich gerade im Internet?". @TatjanaFinger tweetete hierzu ihre Ansichten. Dabei bemerkt Sie, dass sie diversen Menschen, die sie nur online kennt, „erst einmal vertraut“, auch wenn letztlich „harte“ identitätsbestätigende Kriterien fehlen. Dass diese Haltung auch ausgenutzt werden kann, erläutert Sie anhand des Konzepts des „Social Engineerings“, also der sozialen Manipulation von Menschen. Dies sei jedoch, so die Autorin, alles andere als ein neues Phänomen und erinnert dabei an den Moderator Eduard Zimmermann mit seiner rund 50 Jahre alten Sendung „Vorsicht Falle! - Nepper, Schlepper, Bauernfänger“.

In der Gesamtschau repräsentieren die hier nur ausschnittshaft wiedergegebenen #iddg13-Tweets ein buntes Sammelsurium aus teils kuriosen, teils interessanten und teils verstehensnotwendigen Informationsbrocken. Ihr Zusammenhang ist dabei weniger systematischer Natur als vielmehr assoziativer Art, was jedoch einen Teil des Twitter-Reizes ausmacht: Die Tweets bilden eine spannende Fundgrube mit weiterführende Materialien, auf die man selber möglicherweise niemals aufmerksam geworden wäre. Wer also während oder nach dem MOOC noch Hunger auf mehr verspürte oder einfach Lust auf ein Informationsabenteuer hatte, der wurde unter #iddg13 fündig.



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Slideshare

Slideshare ist eine online Plattform zum Einstellen und Verbreiten von Präsentationen, die zum Teil bei entsprechender Lizenzierung frei übernommen oder sogar verändert werden können. Die Teilnehmenden des #iddg13 nutzen Slideshare um auf folgende Präsentation aufmerksam zu machen: Kollaboratives Schreiben


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Sonstiges

Im Kontext des #iddg13 wurde auch auf die Google+ Gruppe Digitale Bildung als einschlägige (aktueller Stand an Mitgliedern: 1261) Plattform zum Austausch rund um Fragen zum Lehren und Lernen im Netz. Das Selbstverständnis der Gruppe lautet dann auch: „Was passiert mit Bildung unter den Bedingungen der digitalen Netz-Medien? Wird der Mensch von der Technik unterjocht? Oder ist das Web der Wirklichkeit gewordene Traum der Bildungsvisionäre des 18. Jahrhunderts? Und was lernen wir auch rückwirkend über die Bildung, wie wir sie kennen, wenn wir vom Web her denken?“

 
       
       
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